Bericht in der HNA

"Der Traum von der Hauptstadt": Die Geschichtswerkstatt der Albert-Schweitzer Schule.
(oben. von links) Regina Hiller, Sebastian Platner, Maria Fidrich. 
(unten, von links Ekaterina Eimer, Tabea Streil, Julia Schäfer.

 

KASSEL. Die Quellengrundlage war nicht so ergiebig wie erhofft, Unterlagen teilweise nur bruchstückhaft erhalten. Trotzdem kann sich die jüngste Dokumentation der Werkstatt Geschichte, einer freiwilligen projektbezogenen Arbeitsgemeinschaft von Lehrenden und Lernenden an der Albert-Schweitzer-Schule Kassel, sehen lassen.
Die Bewerbung Kassels als europäische Kulturhauptstadt 2010 hatte die Arbeitsgruppe zum Anlass genommen, um sich auf die Suche nach früheren Hauptstadtambitionen ihrer Heimatstadt zu begeben. Das Ergebnis der über einjährigen Arbeit, die 106 Seiten umfassende Schrift "Der Traum von der Hauptstadt - Wie Kassel 1949 verlor", wurde in der Buchhandlung am Bebelplatz durch das sechsköpfige Schülerteam unter der Leitung von Wolfgang Matthäus vor kleinem Publikum vorgestellt.
"Dieses Kapitel der Stadtgeschichte ist durchaus nicht unbekannt, das frühe Scheitern der Bewerbung hat aber offensichtlich dazu geführt. dass der damalige Bewerbungsprozess nicht hinreichend dokumentiert ist", erläutert .Matthäus. Dort eine Lücke zu verkleinern, sei das Anliegen der lokalgeschichtlichen Dokumentation.
Dies gelang der Arbeitsgruppe bereits gleich zu Beginn ihrer Präsentation am Mittwochabend.
Mit dem Verlesen der Quellentexte, der Wiedergabe eines Rundfunkinterviews mit dem damaligen Oberbürgermeister Willi Seidel und einer Diashow zahlreicher, teils noch nicht veröffentlichter Fotos entführten Ekaterina Eimer. Maria Fidrich. Regina Hiller, Sebastian Platner, Julia Schäfer und Tabea Streil die Zuhörer in die Zeit der Gründung der Bundesrepublik und ermöglichten ihnen einen detaillierten Einblick in den historischen Bewerbungsprozess der Stadt Kassel.
Dabei wurden treibende Kräfte, Unterstützer und Gegner vorgestellt und nicht zuletzt die Frage behandelt, warum Kassel damals verlor.
"Dies ist sicherlich keine Hilfe mehr für die aktuelle Bewerbung, dennoch nach wie vor spannend, wenn gefragt wird, warum eine Stadt aus der Provinz sich um Höheres bewirbt", resümierte Matthäus.
Die Dokumentation "Der Traum von der Hauptstadt. Wie Kassel 1949 verlor" ist zum Preis von 9.80 Euro in der Buchhandlung am Bebelplatz erhältlich.